Dekubitus vorbeugen: Wirksame Strategien gegen Druckgeschwüre
Dekubitus (Druckgeschwüre) gehören zu den häufigsten Komplikationen bei bettlägerigen oder bewegungseingeschränkten Menschen. Mit der richtigen Prophylaxe lassen sie sich jedoch weitgehend vermeiden.
Was ist Dekubitus?
Definition
Dekubitus sind Gewebeschäden, die durch andauernden Druck auf die Haut entstehen. Sie entwickeln sich besonders über knöchernen Vorsprüngen, wo die Haut zwischen Knochen und einer harten Oberfläche eingeklemmt wird.Entstehung
- Druck: Unterbricht die Blutzufuhr zum Gewebe - Reibung: Schädigt die obersten Hautschichten - Scherkräfte: Verschieben Hautschichten gegeneinander - Feuchtigkeit: Macht die Haut anfälliger für SchädenSchweregrade
- Grad 1: Hautrötung, die nicht wegdrückbar ist - Grad 2: Oberflächliche Hautverletzung, Blase oder Abschürfung - Grad 3: Tiefe Wunde bis in die Unterhaut - Grad 4: Wunde bis zu Muskeln, Sehnen oder KnochenRisikofaktoren erkennen
Hauptrisikofaktoren
- Immobilität: Bewegungseinschränkung oder Bettlägerigkeit - Hohes Alter: Dünnere, verletzlichere Haut - Untergewicht: Weniger Polsterung über Knochen - Mangelernährung: Schlechte Wundheilung - Inkontinenz: Ständige FeuchtigkeitWeitere Risiken
- Diabetes: Durchblutungsstörungen - Herzinsuffizienz: Schlechte Durchblutung - Neurologische Erkrankungen: Reduziertes Schmerzempfinden - Medikamente: Kortison, BlutverdünnerGefährdete Körperstellen
Bei Rückenlage
- Hinterkopf - Schulterblätter - Ellenbogen - Steißbein - FersenBei Seitenlage
- Ohrmuschel - Schulter - Hüfte - Knie - KnöchelBei Bauchlage
- Stirn - Brustbein - Beckenknochen - Knie - ZehenLagerung und Bewegung
Positionswechsel
- Alle 2 Stunden die Position ändern - 30-Grad-Lagerung statt 90-Grad-Seitenlage - Mikrolagerung: Kleine Positionsveränderungen - Freilagerung gefährdeter StellenLagerungshilfsmittel
- Weiche Kissen: Für Zwischenräume - Lagerungsrollen: Für Seitenlagerung - Fersenprotektoren: Zum Schutz der Fersen - Anti-Dekubitus-Matratzen: Bei hohem RisikoMobilisation
- Frühe Mobilisation nach Möglichkeit - Passive Bewegung wenn selbstständig nicht möglich - Thromboseprophylaxe durch Bewegung - Atemgymnastik zur KreislaufanregungHautpflege und -beobachtung
Tägliche Hautinspektion
- Systematische Untersuchung aller gefährdeten Stellen - Rötungen dokumentieren - Temperaturunterschiede ertasten - Schwellungen oder Verhärtungen beachtenRichtige Hautpflege
- pH-neutrale Reinigung - Sanftes Abtrocknen ohne Reiben - Feuchtigkeitspflege mit geeigneten Produkten - Schutz vor Feuchtigkeit bei InkontinenzWorauf achten
- Nicht wegdrückbare Rötungen - Hautdefekte oder Blasen - Veränderung der Hauttemperatur - Schmerzen oder ÜberempfindlichkeitErnährung und Flüssigkeitszufuhr
Ausgewogene Ernährung
- Ausreichend Protein: 1,2-1,5g pro kg Körpergewicht - Vitamin C: Für Kollagenbildung - Zink: Unterstützt Wundheilung - Ausreichend Kalorien: Zur GewichtsstabilisierungWichtige Nährstoffe
- Eiweiß: Fleisch, Fisch, Eier, Hülsenfrüchte - Vitamin C: Zitrusfrüchte, Paprika, Brokkoli - Zink: Nüsse, Vollkornprodukte, Fleisch - Vitamin A: Karotten, Spinat, LeberFlüssigkeitszufuhr
- 1,5-2 Liter täglich - Zeichen von Dehydration beachten - Bei Fieber erhöhter Bedarf - Hautturgor als IndikatorHilfsmittel zur Dekubitusprophylaxe
Matratzen-Systeme
- Wechseldruckmatratzen: Automatischer Druckwechsel - Weichlagerungsmatratzen: Druckverteilung - Kaltschaummatratzen: Gute Anpassung - Luftmatratzen: Für schwere FälleSpezielle Hilfsmittel
- Gel-Kissen: Für Rollstuhlfahrer - Fersenentlastungsschienen: Komplette Freilagerung - Ellenbogenschoner: Weiche Polsterung - Sitzkissen: Druckverteilung beim SitzenÜberwachungssysteme
- Sensormatte: Warnt bei längerem Liegen - Wearables: Überwachen Aktivität - Apps: Erinnerung an PositionswechselInkontinenz-Management
Hautschutz
- Sofortiger Wechsel bei Verschmutzung - Sanfte Reinigung mit pH-neutralen Produkten - Barrierecreme zum Schutz - Luftzufuhr wenn möglichGeeignete Produkte
- Saugstarke Vorlagen - Atmungsaktive Materialien - Richtige Größe wählen - Regelmäßiger WechselSchulung von Angehörigen
Wichtige Kenntnisse
- Risikofaktoren erkennen - Lagerungstechniken erlernen - Hautbeobachtung durchführen - Hilfsmittel richtig einsetzenPraktische Übungen
- Positionswechsel üben - Hautinspektion durchführen - Hilfsmittel ausprobieren - Notfallsituationen besprechenWenn Dekubitus auftritt
Sofortmaßnahmen
- Druckentlastung der betroffenen Stelle - Arzt informieren - Foto dokumentieren - Weitere Verschlechterung verhindernProfessionelle Behandlung
- Wundreinigung durch Fachpersonal - Passende Wundauflage - Regelmäßige Kontrolle - Behandlung von GrunderkrankungenQualitätskontrolle
Dokumentation
- Hautinspektion täglich dokumentieren - Positionswechsel protokollieren - Risikobewertung regelmäßig durchführen - Maßnahmen anpassenErfolg messen
- Keine neuen Dekubitalstellen - Verbesserung bestehender Wunden - Patientenkomfort erhalten - Lebensqualität steigernSebat Pflege bietet professionelle Dekubitusprophylaxe und schult Angehörige in wirksamen Präventionsmaßnahmen für zu Hause.

